DOCUMENTA KASSEL 16/06-23/09 2007

Queerer Aktivismus und künstlerische Strategien

documenta 12 Vermittlung, 5. August, 13:00 Uhr, documenta 12 Halle

Die documenta 12 Kunstvermittlerinnen Ina Mertens (Wien) und Sandra Ortmann (Sissy Boyz, Bremen), diskutieren mit Queer-AktivistInnen aus Deutschland und Polen: „Geschlechtermultiplikator_innen Bremen“, „kraß. bar für schwule.lesben.queers“, „Kampania Przeciw Homofobii“ (KPH, Kampagne gegen Homophobie), „a million different loves?! Leipzig/Łódź“ und anderen.

In Auseinandersetzung mit künstlerischen Arbeiten der documenta 12 diskutieren queere AktivistInnen aus Polen und Deutschland über Feminismus, queere Sichtbarkeit, Heterosexismus, radikale Gesellschaftskritik, Transsexualität und Geschlechterdekonstruktion.

Die politischen und künstlerischen Strategien queerer, schwuler, lesbischer und trans* AktivistInnen aus Deutschland und Polen setzen verschiedene Akzente. Angefangen beim Verhältnis zum Nationalsozialismus und zum Holocaust, über den Stellenwert von Outings und Identitätspolitik bis hin zur Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftspolitischen Bewegungen wie Feminismus, Antifaschismus oder Antirassismus.




Für den Alltag der polnischen AktivistInnen ist es von großer Bedeutung, dass christliche und konservative Kreise bis in die Regierung hinein ebenso wie Neonazigruppen immer wieder öffentlichkeitswirksame antihomosexuelle Kampagnen initiieren. Diese bedienen sich dabei oftmals auch antisemitischer Stereotype. Für viele AktivistInnen besteht ein widersprüchliches Verhältnis zur EU-Osterweiterung, da damit einerseits Bürgerrechte, „Gay Rights“, Anti-Diskriminierungs-Gesetze wichtiger werden, sie andererseits die politische Einflussnahme Europas und besonders Deutschlands kritisch bewerten.

In deutschen Diskussionen geht es oftmals um den Wiederspruch zwischen institutionalisierten Politikfeldern (Gleichstellungspolitik, Homoehe, Transsexuellengesetz) und Vorstellungen emanzipativer Politik. Auch im Kunstbereich bleiben queere Körper und Sexualitäten oft das mit Erstaunen betrachtete „Andere“, das konsumiert werden kann, jedoch nur selten Auswirkungen auf einen heterosexistischen Alltag hat.

Die interdisziplinären Auseinandersetzungen der AktivistInnen mit den visuellen und politischen Strategien bringen wir in Zusammenhang mit künstlerischen Arbeiten von Juan Davila, Ines Doujak, Dias & Riedweg, Jo Spence, Kerry James Marshall und anderen auf der documenta 12. Einige Aspekte dieser Diskussionen werden wir in unserer Lunch Lecture präsentieren. Dabei wird es um Fragen von Sichtbarkeit, Umgang mit Pornografie, Dekonstruktion von Geschlechterkategorien und die Infragestellung heterosexistischer Gesellschaftsmodelle gehen.

Gefördert durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk und den Fonds Soziokultur

Ort: documenta 12 Halle

Sprache: Englisch mit deutscher Flüsterübersetzung

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