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DOCUMENTA KASSEL 16/06-23/09 2007

d1 1955


Die erste documenta, die der Kasseler Maler und Akademieprofessor Arnold Bode im Jahre 1955 ins Leben rief, wurde zu einem unerwarteten Welterfolg. Der Ausstellung, die als Beiprogramm zur im gleichen Jahr in Kassel ausgetragenen Bundesgartenschau realisiert werden konnte, lag ein historisch-dokumentarisch-rekonstruktiver Anspruch zugrunde. Gezeigt wurde die Entwicklung der bedeutenden Gruppenbewegungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts: Fauvismus, Expressionismus, Kubismus, Blauer Reiter, Futurismus, Pittura Metafisica etc. Es waren insgesamt 570 Werke von 148 Künstlerinnen und Künstlern aus sechs Ländern zu sehen, die Klassische Moderne wurde bewusst in allen ihren europäischen Verflechtungen dargestellt. Bode inszenierte die Werke eindrucksvoll in der Ruine des Museums Fridericianum, bis heute Hauptgebäude der documenta, deren provisorische Räume er mit für die damalige Wahrnehmung außerordentlich modernen Materialien (wie etwa Heraklitplatten und PVC-Vorhängen) gestaltete. In ihrem Inszenierungskonzept offenbarte die documenta ausdrücklich das Ziel, einen direkten Bezug zur 1937 von den Nationalsozialisten ausgetragenen Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ herzustellen, um die durch diese Ausstellung ins Bewusstsein der Deutschen getretenen Werke, Stile und Künstler zu rehabilitieren. So wurde Wilhelm Lehmbrucks Skulptur „Kniende“ (1911), die 1937 von den Nazis zentral platziert wurde, wiederum im Eingangsbereich des Fridericianums, diesmal jedoch weihevoll in der Rotunde der Freitreppe, aufgestellt. Dieser Versuch, Werke und Künstler unter umgekehrten Vorzeichen zu betrachten und so zu rekontextualisieren, wurde durch eine zentral platzierte Fotowand mit Künstlerporträts ergänzt, um so die individuelle schöpferische Person hinter den Werken zu feiern. Werner Haftmann, Kunsthistoriker und konzeptueller Kopf der documenta 1 bis 3, beschrieb das Anliegen der ersten documenta: „Man soll sie sehen als einen breit angelegten, aber doch ersten Versuch, wieder den internationalen Kontakt in breiter Form aufzunehmen und in ein lange unterbrochenes Gespräch sozusagen im eigenen Hause wieder einzutreten.“ Haftmann sah auch einen didaktischen Auftrag: “Sie ist für die heraufwachsende Jugend gedacht, für deren noch unbekannte Maler, Dichter, Denker, dass sie erkennen mögen, welcher Grund ihnen zubereitet wurde und was es zu verwalten und was zu überwinden gilt.“

So wurde neben einem retrospektiven Blick auf die vergangenen fünfzig Jahre das Augenmerk auch auf zeitgenössische Kunst gerichtet. Es ging einerseits um eine geistige Standortbestimmung, der Frage nach Möglichkeiten, an künstlerische Positionen der ersten Hälfte des Jahrhunderts anzuknüpfen und andererseits um eine Einordnung der jungen deutschen Kunst in das internationale Geschehen. Die d1 erwies sich hier als das erste Nachkriegsforum, auf dem es zu einer Begegnung zwischen deutschen und anderen europäischen Künstlern kam.


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