
Juan Davila
The Lamentation: A Votive Painting
Malerei 1991
*1946 in Santiago (CL), lebt seit 1974 in Melbourne (AU)
Seit den frühen 1970er Jahren beschäftigt sich Davila in seinen Arbeiten und Schriften kontinuierlich mit Fragen kultureller, sexueller und politischer Identität auf der Grundlage der Kunst- und Repräsentationsgeschichte in Lateinamerika, Australien, Europa und Nordamerika. Wesentlich für seine Arbeiten ist die Untersuchung der Geschichte und die Korrektur vorherrschender Erzählungen mit Mitteln der Malerei.
Das Gemälde The Lamentation: A Votive Painting (1991) schließt an die Votivbilder an – eine religiöse Opfergabe, die aus Europa in die Neue Welt gebracht wurde und in Lateinamerika weite Verbreitung fand. In diese Bilder wurden häufig verschiedene Materialien und Szenen integriert, wodurch Davilas Einsatz von Fragmentierung und Collage in einem Bezugsrahmen der neueren lateinamerikanischen Geschichte steht. Mit den Hinweisen auf Folter und Armut liefert Davila in diesen Bildern eine harsche Kritik der Politik und Klassengesellschaft in Lateinamerika (aber nicht nur dort, wie die australischen Quellen bezeugen).